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Mit guten Vorsätzen und frohen Erwartungen trafen sich am 18. Januar 2010 wieder einmal zahlreiche Unternehmer zum Neujahrsempfang des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) und der Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Jena-Süd (IGJS) im Göschwitzer Technologiezentrum der Jenoptik AG. In bester Stimmung begrüßten die Gastgeber Mihajlo Kolakovic, Vorstandssprecher der IGJS und Dietmar Winter, Geschäftsführer des hiesigen Kreisverbandes des BVMW, die rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik der Region Jena und dem Saale-Holzland-Kreis. Gemeinsam wurde das neue Geschäftsjahr eingeläutet und jeder blickte, individuell oder in geselliger Runde, auf das vergangene Jahr und die Herausforderungen der Finanzkrise zurück.
„Das Jahr 2009 war durchwachsen für die Unternehmen in unserem Gewerbegebiet“, berichtete Mihajlo Kolakovic. Das sei allerdings nur der Durchschnitt, der extrem stark oszilliert: Für Betriebe der Medizintechnik war das Jahr 2009 eines der erfolgreichsten in ihrer Firmengeschichte, andere wie Schott Lithotec mussten schließen. Einerseits gebe es Lieferengpässe wegen hoher Nachfrage, andererseits zwang die Finanzkrise zur Kurzarbeit. Im Namen der IGJS freute sich Kolakovic über die kürzlich abgeschlossene Anbindung des Göschwitzer Gewerbegebietes an das Straßenbahnnetz. Auch könnten alle Göschwitzer Unternehmen ihren Mitarbeitern vergünstigte Jobtickets anbieten. Ziel im neuen Jahr sei nun die verbesserte Anbindung an das Netz der Deutschen Bahn sowie als Großprojekt die Erschließung des Saalebogens als Erholungsstätte auch für die hier Beschäftigten. Für den deutschen Mittelstand sprach sich der Vorstandssprecher der IGJS gegenüber den Gästen aus der Politik für weniger Bürokratie anstelle von ELENA und für weniger Angriffe auf die Tarifautonomie der Unternehmer aus.
Dietmar Winter blickte stolz auf die erfolgreichen BVMW-Veranstaltungen aus dem letzten Jahr zurück. Die insgesamt 31 Treffen, bei denen Netzwerkkontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht wurden, lockten über das Jahr hinweg mehr als 1500 Mitglieder. Winter verkündete zugleich den neuen Veranstaltungshöhepunkt an: die Jenaer Industrietage 2010, am 28. und 29. April 2010, eine Kooperation des BVMW, der Fachhochschule und der Jenaer Wirtschaftsförderung. „Jena hat einen guten Ruf, gerade in der Wirtschaftswelt“, erklärte er das Ansinnen, „dennoch gebe es noch zu viele Technologieunternehmen in Jena, die zwar weltweit agieren, aber regional unzureichend bekannt sind.“
Der Thüringer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, Matthias Machnig, sicherte den Unternehmern die Unterstützung seiner Landesregierung zu, um Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung anzukurbeln. Er sehe in der Jenaer Region großes Potenzial, was sich auch in den vergleichsweise niedrigen Arbeitslosenzahlen von 8 Prozent widerspiegele. Dennoch hat die Finanzkrise auch vor Thüringen nicht haltgemacht. Bei einem Verlust des Bruttoinlandproduktes von 5 Prozent, der frühestens 2012 wieder das Niveau von 2008 erreichen könne, hinterfragte er laut das von der Exportwirtschaft getragene derzeitige „Wirtschaftsmodell Deutschland“. Machnig versicherte, einen sicheren, sich selbst tragenden Aufschwung voranzutreiben. Er sprach er sich auch für die Rettung des Autokonzerns Opel, einem „Strukturfaktor und Technologiemotor“, aus. Zugleich appellierte er an die Banken, den Interessen der Unternehmer in schwierigen Zeiten entgegenzukommen, um einem wirtschaftlichen und technologischen Verlust in Deutschland entgegenzuwirken.
In Sachen Lohnpolitik vertrat der Thüringer Wirtschaftsminister ebenfalls eine klare Linie: „Wir müssen etwas tun, damit junge Menschen in Thüringen bleiben.“ Machnig lobte die Lebensqualität, die der Freistaat biete und forderte eine faire Lohnpolitik, um den Standort noch attraktiver zu machen. „Löhne sind eine wichtige Nachfragesache. Wir brauchen Löhne, von denen die Menschen leben können. Ich verstehe mich nicht nur als Anwalt der Wirtschaft, sondern auch als Anwalt der Arbeitnehmer.“ Abschließend lud er zum Dialog ein: „Wirtschaft ist nur dann gut, wenn es uns gelingt, einen Dialog zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Politik herzustellen.“
Dr. Albrecht Schröter, Oberbürgermeister der Stadt Jena, sieht in den niedrigen Arbeitslosenzahlen einen Gesamterfolg für Jena. „Wir als Stadt versuchen auf die Krise adäquat zu reagieren“, belegte er mit dem für 2010 gleich gebliebenen Gewerbesteuersatz. Ein finanzstarkes Jena setze auch mit einem ehrgeizigen Entschuldungskonzept Zeichen des Zukunftsoptimismus. „Diese Finanzstärke haben Sie erarbeitet“, dankte er den mittelständischen Wirtschaftslenkern.
Ein ausgiebiges Buffet, beigesteuert vom Dussmann Service und ausreichend Getränke an der Bar, die vom Cateringservice des JEMBO Parkes serviert wurden, sorgten für die kulinarische Abrundung des Abends. Nach den guten Vorsätzen der Gastredner mündete der Abend in anregende Einzelgespräche, die hoffentlich wieder den Grundstein für ein erfolgreiches Jahr 2010 gelegt haben.
Text: Janine Weller, FAKT PR Fotos: Jürgen Scheere und Karsten Seifert, FAKT PR
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